Entenjagd im Münsterland

Ein herbstlicher Oktober-Nachmittag im Münsterland. Die Jäger treffen nach und nach beim Sammelplatz auf dem kleinen Hof ein. Raus aus den Schuhen, rein in die Gummistiefel. Lustiges Geschwätz und aufgeregtes Winseln der Hunde während sich die Jagdgesellschaft langsam versammelt. Nach einer kurzen Begrüßung des Jagdherrn verteilt sich die Schützen auf die kleinen Teiche und Gräben des Reviers. Wie immer ist man etwas spät dran und die tief stehende Oktober-Sonne mahnt zur Eile. Angekommen am Teich werden eilig die Schussrichtungen besprochen und die Stände in der Deckung eingenommen.

Jetzt heißt es warten. In Gedanken bei vergangenen Jagdtagen, lässt ein Schoof Gänse den Adrenalinspiegel plötzlich auf ungeahnte Höhen schnellen. Ein herrliches Bild, die vorbeistreichenden Gänse. Doch anstatt auf dem Teich zu landen, gehen die Gänse an einem Feld in der Nähe herunter. Da ist heute kein Rankommen. Die Dämmerung schreitet voran als endlich das Pfeifen der Schwingen am Himmel zu vernehmen ist. Keiner der Jäger wagt den Blick nach oben. Alle wissen längst Bescheid, was da im Anflug ist. Einzig der Deutsch-Drahthaar hat den Himmel fest im Blick. Das Jagdfieber steigt. Nach einem kurzen Kreisen fallen einige Enten in das kleine Gewässer ein. Als die Enten wie Pfeile über die Erlen hinweg in Richtung Wasseroberfläche schießen, fliegen am Ufer die F16-Flinten in die Schultern der Jäger. Der Blick über die Schiene findet die erste einfallende Ente. Der erste Schuss fehlt, doch schon der zweite trifft einen Erpel. Die übrigen Enten brechen den Landeanflug ab und streichen über den Nachbarschützen davon. Zwei Schüsse und zwei weitere Enten fallen vom Himmel. In der Ferne schallen ebenfalls Schüsse. Auch die anderen Gruppen scheinen Anflug zu haben.

Als die Nacht über den Tag siegt, ist die Jagd vorbei. Nach einem kurzen Austausch wird der Hund zum Apport geschickt. Nach und nach bringt der treue Jagdgefährte die Enten aus dem kalten Nass. Was wäre die Jagd ohne unsere vierbeinigen Helfer? Im Taschenlampenschein geht es zurück zum Auto. Gesammelt und Strecke gelegt wird wieder am Hof. Der Klang der Jagdhörner schallt im Fackellicht und wird alsbald von spannenden Erlebnisberichten abgelöst.

Jagd vorbei! Halali!


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REVIERRUNDE

Als Nick Melzer und Patrick Hohenhorst sich vor zehn Jahren zum Jagdscheinkurs anmeldeten, kannten beide einander noch nicht, doch aus der gemeinsamen Liebe zur Jagd und Natur entstand eine Freundschaft, wie man sie wohl nur unter Jägern kennt. Mit Lucas Farwick wurde das Trio im Jahr 2017 perfekt. Seither verwirklichen sich die drei jungen Jäger gemeinsam in verschiedenen Hoch- und Niederwildrevieren im Westen Deutschlands. Aus den gemeinsamen Erlebnissen heraus entstand die Idee diese Momente auch mit anderen Interessierten zu teilen. Auf ihrem Instagram Account „Revierrunde“ haben sich mittlerweile mehr als 450 ansprechende Fotos und Jagdgeschichten angesammelt.

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