Aktiver Artenschutz
Wenn die Sonne untergeht, beginnt die gefährliche Mission der Ranger auf der Sney Rivier Lodge. Regelmäßig patrouilliert die Anti-Wilderer-Einheit auf dem mehrere Zehntausend Hektar großen Gelände, um die dort lebenden Nashörner vor Wilderern zu schützen.
Aufgrund seiner Hörner ist das Nashorn eine der am stärksten bedrohten Tierarten der Welt. Dabei dürfen diese weder verkauft noch mit ihnen gehandelt werden. Im Gegenteil. Nashörner stehen auf der CITES-Liste in der Stufe 1, so dass für den Besitz eines Nashorns oder von Nashornprodukten eine Sondergenehmigung erforderlich ist. Trotzdem, oder gerade deshalb, gibt es einen großen Schwarzmarkt in Asien. Dort werden für die Hörner der grauen Riesen bis zu 160.000 US-Dollar pro Kilogramm bezahlt – dank seiner angeblich medizinischen Eigenschaften oder weil es als Statussymbol gilt. Ein gewaltiger Ansporn für Wilderer in private oder staatliche Naturgebiete einzudringen und Nashörner des wertvollen Hornes wegen zu töten. Mangels abschreckender Strafen bleibt den Verantwortlichen in Afrika häufig nur die Eigeninitiative, um die Nashörner vor der Verfolgung zu schützen.
Die nächtlichen Touren sind sehr gefährlich. „Auch deswegen ist die beste Methode zum Schutz der Nashörner das Enthornen“, sagt Conway Volek, Manager der Sney Rivier Lodge. Die letzte Enthornungs-Aktion fand im August 2025 statt. Mit dem Hubschrauber werden die Nashörner gesucht und dann angeflogen, sodass der Tierarzt einen Betäubungspfeil abschießen kann. Sobald das Nashorn getroffen wurde, wird das restliche Team gerufen. In den 15 Minuten, die es dauert, bis das Medikament wirkt, achten die Helfer darauf, dass sich das Nashorn nicht in Gefahr bringt. Aber auch wenn es sicher am Boden liegt, muss es weiter versorgt und die Atmung kontrolliert werden. Damit die Körpertemperatur beispielsweise auch während der Betäubungszeit niedrig bleibt, wird es immer wieder mit Wasser begossen. Die Enthornungs-Aktion wird gleichzeitig dazu genutzt, den Nashörnern Mikrochips einzusetzen, so dass sie zukünftig leichter identifiziert werden können.
Jens Kjaer Knudsen bereitet sich mit seiner R8 auf die extreme Winterkälte des Pamir-Gebirges vor.