26.11.2025 • Revier & Praxis

Leistungsstarker Spezialist

In den Alpen ist die Rotwildbejagung zu einer echten Herausforderung geworden. In weiten Bereichen hat intensiver Tourismus starken Einfluss auf die Lebensweise des Rotwildes genommen, denn längst nicht überall ist es gelungen, Bergwanderer, Biker oder Skitourengeher in naturverträgliche Bahnen zu lenken. Für Wildtiere wird dies insbesondere dann zum Problem, wenn solch sportliche Aktivitäten bereits früh morgens im Dunkeln beginnen oder sich bis spät in die Nacht hineinziehen. Hinzu kommt, dass dem Rotwild die Wege in ihre einstigen Wintereinstände in tieferen Lagen versperrt sind oder diese durch Verbauung und Besiedelung gar nicht mehr existieren.

Die sowohl von Waldeigentümern wie auch von Naturschutzverbänden geforderte Regulierung der Rotwildbestände in den Alpen führt zu einer zusätzlichen Störung des Wildes im Gebirge. Deshalb ist es ganz entscheidend, die Beunruhigung des Wildes durch die Jagd so gering wie möglich zu halten. Schonzeitaufhebungen oder gar behördlich angeordnete Tötungsgatter, wie in der Vergangenheit bereits errichtet, halten wir allerdings nicht für zielführend, geschweige denn für tierschutzgerecht. Dass es auch anders geht, beweisen viele erfahrene Jäger jedes Jahr aufs Neue. Mit ihrem Gespür für das Verhalten der Tiere und genauer Kenntnis des Geländes setzen sie alles daran, das Wild bei der Jagd nicht unnötigem Stress auszusetzen.
 
Im Spätsommer 2025 bot sich uns die Gelegenheit, in Begleitung von Pächter und Berufsjäger ein sehr spezielles Revier in den Lechtaler Alpen erkunden zu dürfen. Wie wir dort erfuhren, ist es nicht nur die Höhenlage von bis zu über 2500 Metern, welche die Jagd so anspruchsvoll macht, sondern in erster Linie die extreme Steilheit der über der Baumgrenze liegenden, mit Gras bewachsenen Hänge. Der dichte Wald darunter fällt ebenso steil ab und da er nur von sehr wenigen Wegen erschlossen ist, dient er dem Rotwild als Wintereinstand. Von Frühsommer bis Einbruch des Winters aber zieht es das Wild in die steilen, baumlosen Lagen, wohin sich weder Mensch noch Vieh verirrt.
 
Als Jäger gelangt man dorthin nur zu Fuß, was meist einen zwei bis dreistündigen Aufstieg bedeutet. In engen Tälern wird dabei auf der Gegenseite aufgestiegen, denn nur von dort aus bietet sich ein guter Einblick in die Bereiche, in denen das Rotwild gerade äst oder zieht. Dem Vorteil, so vom Wild unbemerkt den Ansitzplatz erreichen zu können steht allerdings der Nachteil einer meist sehr großen Schussdistanz gegenüber. Doch gerade dieser Umstand kann auch vorteilhaft sein, wenn es darum geht, Strecke zu machen.
Kachel Bild 1
Kachel Bild 2

Genau hier kommt die Ausrüstung des Jägers und sein Können ins Spiel. Eine hochpräzise, witterungsunempfindliche Büchse in leistungsstarkem Kaliber wie zum Beispiel .300 Norma Magnum, aktuell eine der am besten geeigneten Patronen für weite Distanzen, ein vergrößerungsstarkes Zielfernrohr mit Absehenschnellverstellung und Parallaxeausgleich sowie ein an der Waffe montierbares, höheneinstellbares Zweibein, das überall im Gelände für einen stabilen Anschlag sorgt. Ein Klappschaft erleichtert das Handling in schwierigem Terrain und sorgt gemeinsam mit Zweibein und Dorn dafür, dass sich auch in unwegsamem Gelände eine sichere Schussposition findet. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Jagd lässt sich die Waffe außerdem sicher im Rucksack transportieren und das erlegte Wild zu zweit bergen.

Ein absolutes Muss ist auch der Schalldämpfer, der insbesondere bei großen Schussdistanzen das Erlegen von gleich mehreren Stücken Wild deutlich erleichtert. Natürlich muss der Jäger hier ganz genau wissen, was er tut, denn um langfristig erfolgreich zu sein sollte man keinesfalls schießen, wenn zu viele Stücke auf einmal anwechseln oder auf engem Raum beim Äsen sind. Auf jeden Fall aber muss man seine Büchse blind beherrschen, muss auf Schießständen weite Schüsse geübt und gelernt haben, den Wind zu lesen und entsprechend zu berücksichtigen. Nur dann sind trotz aller Technik weite Schüsse verantwortbar.

Die Jagdpächter in dem von uns besuchten Revier haben sich im Sinne einer störungsarmen, aber dennoch effektiven Bejagung schon lange mit moderner Waffentechnik und Ballistik befasst. Dass der Blaser Custom Shop, dessen Schwerpunkt bislang auf aufwändig gravierten und gestalteten Einzelstücken lag, vor einiger Zeit um den Bereich CustomTec erweitert wurde, ist nicht zuletzt diesen beiden, passionierten Jägern zu verdanken. So wie der ständige Austausch mit Berufsjägern in aller Welt für Blaser seit jeher unverzichtbar ist, trugen auch sie zu der Entscheidung bei, die Fertigung von Jagdwaffen auf Modelle auszudehnen, bei denen individuelle, technischen Lösungen im Vordergrund stehen.
 
Hierbei handelt es sich um ein individuelles CustomTec Projekt des Blaser Custom Shops. Bei Interesse können Sie sich gern an info@blaser.de wenden.
 
Text und Fotos: Gunther Stoschek
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