14.08.2026 • Jagd & Jäger

Nordische Gelassenheit

Um bei Wettkämpfen erfolgreich zu sein, wendet Jeppe Olsen seit langem dieselbe Strategie an. Und sie hilft ihm auch im Alltag.

Jeppe begann sehr früh mit dem Flintenschießen, da dies in seiner Familie gang und gäbe ist: „Ich bin einfach damit aufgewachsen, sodass es für mich immer ganz selbstverständlich war.“ Selbst als er noch zu jung war, um selbst zu schießen, nahm sein Vater Jeppe mit zum Schießstand. „Ich bekam immer Süßigkeiten als Belohnung dafür, dass ich geduldig war – aber immer nur ein Bonbon nach dem anderen“, erinnert sich der 24-Jährige mit einem Lächeln.

Als er älter wurde, blieb er dabei, weil er schon immer gerne an Wettkämpfen teilnahm, besonders mit seinem Vater. „Er hat mich an den Sport herangeführt, und so macht es uns immer noch Spaß, herauszufinden, wer an einem bestimmten Tag der bessere Schütze ist“, sagt Jeppe, „und am nächsten Tag könnte es schon wieder umgekehrt sein.“ Darüber hinaus liebt er nicht nur das Schießen, sondern auch die Menschen, die diesen Sport ausüben. „Es gibt einige großartige Schützen da draußen, über deren Anwesenheit ich mich immer freue und mit denen ich mich gerne austausche. Es ist wie eine große Familie!“ Ein gutes Beispiel für das Gemeinschaftsgefühl war die skandinavische Meisterschaft in Schweden im vergangenen Jahr. Jeppe: „Ich kenne viele der schwedischen Schützen, daher ist es immer fantastisch, dorthin zu fahren und gemeinsam zu schießen, auch wenn wir gegeneinander antreten.“

David gegen Goliath
Eines seiner Highlights als junger Schütze war der Tag, an dem er das Stechen gegen den Rekordmeister George Digweed gewann. „Ich war der Außenseiter und konnte ganz ungezwungen schießen“, erinnert sich Jeppe. Diese Gelassenheit bei Wettkämpfen fällt ihm leicht und hilft ihm zu gewinnen.

Sein Vater Jorn Olsen nahm Jeppe frühzeitig mit auf den Schießstand und auch heute sind sie dort immer wieder gemeinsam zu finden. 

Im Sommer versucht er, zweimal pro Woche zu trainieren. Hat er eine bevorzugte Technik? „Sustained Lead. Mein Vater hat mir das beigebracht, und es funktioniert bei uns beiden gut.“ * Natürlich schießt er auch mit anderen Techniken wie dem ‚Swing-Through‘, aber „nicht so oft“. Im Winter ist er oft lieber draußen im Feld, wo er seine Flinte zur Jagd auf Gänse, Enten, Fasane oder Tauben führt.

Cool und fokussiert
Bei einem Wettkampf konzentriert er sich ganz auf die Wurftauben. „Es gibt viele verschiedene Dinge, die einen beim Schießen beeinflussen können. Manche davon kann man nicht ändern, andere schon“, erklärt Jeppe. Deshalb bleibt er beim Schießen in seiner eigenen Welt, anstatt sich mit anderen Schützen zu unterhalten. Das wäre auch der Rat an sein jüngeres Ich: Bleib einfach ruhig. Diese Strategie wirkt sich auch positiv auf sein Berufsleben aus. „Das Schießen beruhigt mich und hat mich darin geschult, auch in anderen Bereichen meines Lebens konzentriert zu bleiben“, erzählt Jeppe. Wenn er weiteren Rat oder mentale Unterstützung braucht, kann er sich immer auf seine Eltern verlassen. Manchmal treten sie sogar gemeinsam bei Wettkämpfen an, wie beim Blaser Cup 2026. Dieses Mal schoss er besser als sein Vater, aber es ist schwer zu sagen, wer das Wochenende mehr genossen hat!

*Mit dieser Schusstechnik bleibt man immer vor der Wurftaube.

Text: Alexandra Berton; Fotos: Gunther Stoschek

Die FBX von Jeppe Olsen kommt auf dem Schießstand und der Jagd gleichermaßen zum Einsatz.
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