07.07.2026 • Wild & Natur

Verantwortung mit Wirkung

Sieben Fragen an CEO Dr. Jens Uwe Drowatzky zur Nachhaltigkeit der Blaser Group.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Blaser Group?
Nachhaltigkeit ist für uns kein Schlagwort – sie gehört zum Alltag. Sie beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Im Unternehmen genauso wie draußen im Revier. Wer jagt, weiß: Jeder Eingriff in die Natur hat Folgen. Genau dieses Bewusstsein prägt auch unser Handeln als Unternehmen. Wir wollen wirtschaftlich erfolgreich sein und gleichzeitig sorgsam mit der Natur umgehen.

Warum hat das Thema bei Ihnen so einen hohen Stellenwert?
Weil unser Geschäft eng mit der Natur verbunden ist. Jäger denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Dieses Denken bringen viele unserer Kunden und Mitarbeiter jeden Tag mit. Nachhaltigkeit ist für sie nichts Abstraktes. Sie erleben sie konkret: bei der Pflege von Lebensräumen und einem verantwortungsvollen Umgang mit Wild. Oft im Kleinen, manchmal auch im Großen. Was dabei leider häufig zu kurz kommt ist, dieses Engagement auch für die Gesellschaft sichtbar zu machen.

Viele Unternehmen sprechen vor allem über CO₂. Wie ist das bei der Blaser Group?
Klimaschutz ist wichtig, aber er ist nur ein Teil des Ganzen. Nachhaltigkeit heißt für uns auch: sichere Arbeitsplätze, faire Lieferketten und Produkte, die lange halten. Es geht darum, wie wir Materialien einsetzen, wie wir Produkte entwickeln und wie wir Qualität verstehen.
Beim Klimaschutz konzentrieren wir uns auf das, was wir selbst beeinflussen können. Wir messen unsere Emissionen, suchen gezielt nach Einsparpotenzialen und setzen konkrete Maßnahmen um.

Was war zuletzt die wichtigste Maßnahme?
Ein besonders wirkungsvoller Schritt war unsere Umstellung in Isny auf 100 Prozent Naturstrom Anfang 2025. Das hat sofort Wirkung gezeigt. Unsere CO₂-Emissionen konnten wir deutlich senken, von 3.530,78 Tonnen auf 1.811,72 Tonnen. Das ist ein sehr konkretes Beispiel dafür, wie eine klare Entscheidung unmittelbar Wirkung entfalten kann.

Welche Ziele verfolgen Sie?
Wir werden die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und bis 2045 klimaneutral arbeiten. Auf dem Weg dahin setzen wir uns für Maßnahmen ein, die ihre Wirkung lokal entfalten, statt in Tausenden von Kilometern entfernten Megaprojekten zu verpuffen. Denn unsere Task Force Nachhaltigkeit, unter Leitung unseres Chief Sustainability Officers Alexandra Berton, versteht sich nicht nur als internes Steuerungsinstrument, sondern als aktiver Gestalter über Unternehmensgrenzen hinaus.  

Warum verzichten Sie bewusst auf Klimazertifikate?
Weil wir Verantwortung dort übernehmen wollen, wo wir sie sehen und beeinflussen können. Wie im Revier. Ein Klick zum Zertifikatekauf reicht uns nicht. Wir investieren lieber direkt und langfristig. Ein Beispiel ist unser Nashorn-Schutzprogramm in Namibia. Dort engagieren wir uns deutlich stärker, als es klassische Kompensationsmodelle vorsehen würden. Wir wollen nicht nur ausgleichen, sondern aktiv schützen und geben dafür jedes Jahr mehr Geld aus, als wir für Klimazertifikate bezahlen müssten.

Wenn Sie Nachhaltigkeit in einem Satz erklären müssten?
Nachhaltigkeit bedeutet für die Blaser Group: Verantwortung übernehmen und ins Handeln kommen – für Mensch, Natur und für die Qualität unserer Produkte.

 

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